Lange Standzeit - Motor reaktivieren

  • Habe ja seit kurzem zwei B-Kadetten stehen. Standen wohl ne Weile und nun möchte ich die Motoren möglichst schonend wieder zum Laufen bringen.

    1. Wechsel Kühlflüssigkeit
    2. Wechsel Öl
    Frage: Gibts es etwas mit dem ich die Kreisläufe spülen kann?

    3. neue Kerzen
    4. Spritschlauch von Pumpe in einen Kanister hängen
    5. Motor zunächst einige Umdrehungen per Hand drehen damit das Öl schonmal einen leichten Film bilden kann bzw sich ein wenig Öldruck aufbaut und so die Schmierstellen schneller erreicht werden.

    Starten.

    Was wesentliches vergessen? Könnte sein, daß der eine erst um die 60000 gelaufen ist.

    Hubraum is besser als Wohnraum

  • Hallo,
    zu 1
    zum Testen braucht man die Kühlflüssigkeit nicht zu wechseln
    würde ich aber bevor das Auto in den Alltagsbetrioeb geht trotzdem machen
    So wie auch alle anderen Betriebsmittel, Motor-Getriebe-Diff. Öle , Bremsflüssigkeit wechseln
    Das Kühlsystem kann man mit dem Gartenschlauch einfach durchspülen, einschließlich Heizung!
    zu 2
    zum Testen ist ein Ölwechsel auch nicht notwendig, wenn die Brühe kalt ist geht eh nicht aller Schmaddel raus.
    Ich mach es so: Zündkerzen raus, einige Spritzer Öl in die Zylinder geben und Motor von Hand durchdrehen.
    zu 3
    kannst du später machen, im Rahmen einer "großen Inspektion" mit allem wie auch schon oben erwähnt (Bremsschläuche nicht vergessen)
    zu 4
    wenn du dem Restsprit im Tank nicht traust, gute Idee mit dem Kanister
    Restsprit aus dem Tank ablaufen lassen un mal schauen ob Rost mitkommt, wenn ja müsste der Tank eventuell saniert werden.(hatte ich aber noch nie, soll aber vorkommen) Wenn nicht schon drin, Benzinfilter in die Leitung hängen.
    zu 5
    siehe Punkt 2

    wenn die Kerzen wieder drin sind, Motor anlassen, wenn er hoffentlich anspringt, warmlaufen lassen und dann das Öl ablassen.
    Neues Öl samt Filter rein und eine Zeitlang damit fahren.
    Dann mit neuem Filter wieder Ölwechsel, Das ist eigentlich die beste "Spülung" und kostet nicht viel.

    So mache ich es und habe gute Erfahrungen damit gemacht

    Gruß Thomas

    Opel Kadett B LS bis Limo BJ.66

  • Prima. So ungefähr hab ich mir das GEdacht. Guter Tipp mit den Tropfen durch die Zündkerzenöfnungen. Hätte ich auch selber drauf kommen können...

    :!:

    Hubraum is besser als Wohnraum

  • 5. ....zuendspule lahmlegen und orgeln bis die oeldruckleuchte ausgeht.

    gruss

    72er B-Kadett 2TL 1.2S, 76er D-Rekord 2TL 1.9SH, 68er C-Rekord Sprint QP (Resto), 77er B-Commodore GS/E QP 3.0 24v

  • Quote

    Original von PCFPP
    5. ....zuendspule lahmlegen und orgeln bis die oeldruckleuchte ausgeht.

    gruss

    ...und das noch ohne Kerzen so würd ich das machen. Öldruckk da? Kerzen rein, warmlaufen lassen.

  • Hi, zum probelaufen würde ich garnicht so viel aufwand machen. Halt checken ob Öl und Wasser io. sind und gut.
    Anschlißend wie schon geschrieben große Inspektion.

    Was man auf jeden fall vor dem ersten Startversuch checken sollte sind die Kraftstoffschleuche, die sind nach langer Standzeit in der Regel inkontinent.

    grüße Björn

    Lieber ROST als PLASTIK !!!
    Der Kunde hat ein Recht auf ordentlichen Pfusch!

  • einen Tipp hätt ich noch: wenn der Motor dann tatsächlich läuft, kann ein Ölwechsel nicht schaden eh man dann mit dem Auto fährt. Das ist nämlich mir schon mal passiert- ich wollte mit Kurzzeitkennzeichen zur AU, dort dabei auch nen Ölwechsel machen lassen; leider hat der Motor nicht mal die 10km zur Werkstatt geschafft, ist mit nem Kurbelwellenlagerschaden verreckt....war ein Automatik, da merkt man das leider auch nicht so schnell

    „Ketten, die fallen, machen eine schöne Musik.“

  • So.
    Gestern n bissl inna Werkstatt verbracht. Fotos folgen.

    Zwei Kadetten stehen da rum: Aus beiden soll wieder ein guter entstehen.

    Der Motor aus dem schlechteren Kadett - der aber wohl einfach nur inna Gegend rumstadn - läuft. Ist ein 1,1s

    Sogar mit den Uraltkerzen - okinool Opel.

    Hubraum is besser als Wohnraum

  • Hallo Leute!

    Den Königsweg habt ihr aber vergessen.

    Vorölen!
    Verteiler raus und Ölpumpe per Bohrmaschine (10er Nuss) antreiben bis das Öl am Kopf (bei abgenommenem Ventildeckel vorzugsweise) ankommt.

    Zusammenbauen - starten. Schonender gehts nur, wenn man noch ein Lagerfeuer unterm Motor macht. :rofl:

    MfG
    Martin

    Kadett B Coupe und ein paar andere Fässer.
    Motorsport du Gurke!

  • Quote

    Original von Kolbenfresser
    Vorölen!
    Verteiler raus und Ölpumpe per Bohrmaschine (10er Nuss) antreiben bis das Öl am Kopf (bei abgenommenem Ventildeckel vorzugsweise) ankommt
    Martin

    Schon lange her aber eine Frage.
    Wie würde das früher in der OPEL-Werkstatt gemacht? Die haben dafür kein bestimmtes Werkzeug und mit 10er Nuss oder so haben die das bestimmt auch nicht getan. (denke ich :kop: )
    Hier sagt einen KFZ-Meister (hat ende 70er Jahre bei einer OPEL-Werkstatt gearbeitet) es würde so gemacht.
    -Öl einfüllen
    -Motor mit Handkraft runddrehen damit die Kolben Öl mitnehmen?
    -Öl von Kopf aus hinein laufen lassen damit die Nockenwelle Öl bekommt.
    -Motor mittels Anlasser , ohne Zündung runddrehen bis Druck aufbebaut ist.

    Hat einer damit erfahrung?? (mit OPELS gearbeitet?)

    Gert

    Olympia A 1.1SR 1969 Farbe L230 (silberblaumet.) und Kunstleder Dach

  • Ich sage es mal so. Das ganze Tamtam was hier und in anderen Foren beim starten eines neu aufgebauten oder alten jahrelang gelagerten Motors gemacht wird, da muß ich immer lachen.

    Wenn dann noch irgendwo geschrieben wird das der neu aufgebaute Motor gleich Schaden nimmt wenn nicht zuerst durch befüllen der Ölpumpe und starten ohne Kerzen der Motor durchgedreht wird, bis die Öldruckkontrolleuchte ausgeht, dann muß ich sagen das wir damals in der Werkstatt alles falsch gemacht haben. Das komische war aber das die Motoren doch eine große Laufleistung erreicht haben. Ich habe meine Lehre 1966 bei Opel begonnen. So sind meine Erfahrungen.

    Wir sind damals Stockcar und Grasbahnrennen gefahren. Beim Auto hat es sich nicht mehr rentiert es mitzunehmen. Motor ausbauen war zuviel Arbeit. Den Motor sollte auch kein anderer mitnehmen. Die einzige Lösung war: Öl raus und Motor mit Vollgas laufen lassen bis er verreckt. Tatsache ist, der Motor ist ca. 40 Minuten gelaufen bis er stehen geblieben ist. :eek:


    Sinnvoll ist es immer wie auch schon andere geschrieben haben, Kerzen raus, ein paar sritzer Öl in die Zylinder und dann starten. Er läuft ja auch nicht bei der 1sten Umdrehung an, also werden alle sich drehenden Teile geschmiert und Druck hat sich aufgebaut bis der Motor seine Arbeit aufnimmt.


    Gruß Dieter :)

  • Boah wie unsachlich.
    Ein Motor, der gerade noch gelaufen hat, der ist überall geschmiert, der macht das 40min mit, dann sitzt er fest. Daß er fest sitzt, ist die schlussendliche Folge der Schäden, die ihm innerhalb der 40min zugefügt werden.
    Und ein Motor, der gerade sachgerecht zusammen gebaut wurde, der ist auch überall geschmiert, denn man setzt die Teile ja geölt zusammen. Ein paar Wochen zwischen geöltem Zusammenbau und dem ersten Start sind dabei nicht schlimm.
    Aber ein Motor, der seit 10 oder 20 Jahren steht, der ist innen trocken, und der darf ruhig wie ein rohes Ei behandelt werden, damit er nicht trocken läuft. Es geht dabei nicht um den Öldruck, sondern um das Öl.
    Wir machen das doch nicht gegen die Uhr, so wie ein Mechaniker, der aufgrund der AW-Vorgaben irgendwelche Zeiten einhalten muss. Und mit dem Marktwert argumentieren wir auch nicht.
    Gruß
    :....):


  • Na ja, sagen wir es mal so. Ganz unsachlich ist das nicht. Aber endlich einer der es begriffen hat. Hätte ich das obige in einem anderen Forum geschrieben, wäre ich gesteinigt worden.

    Der Motor mit den 40 Minuten laufzeit hat sich gut geschlagen. Klar war noch "relativ " viel schmierung vorhanden. Trotzdem haben wir damit gerechnet das er früher verreckt, da noch dazu keine Kühlung vorhanden war. Übermäßige Hitze ist bekanntlich auch nicht gut für einen Motor. Das hatte ich in meinem Beitrag vergessen zu schreiben.

    Ein neu aufgebauter Motor, das ist auch richtig ist mit reichlich Öl versehen. Versuch mal das jemanden klar zu machen. Es fallen solche Sätze wie: Wird der Motor mit dem Anlasser gedreht, ohne das die Ölpumpe befüllt wird, ist er "Kernschrott".

    Der Motor der viele Jahre gestanden hat, ist trocken und sollte deshalb auch ein bißchen anders behandelt werden, beim 1.sten starten. Das habe ich aber in meinem letzten Satz auch geschrieben.

    Auf der anderen Seite haben wir auch Motoren eingebaut, die jahrelang in einer Scheune gelegen sind solange gestartet bis sie gelaufen sind, ohne etwas daran zu machen. Ich hatte keinen dabei der innerhalb kürzester Zeit defekt war. Alle sind noch viele Jahre gelaufen.

    Also nochmal: Zur Sicherheit immer eine kleine vorbehandlung am Motor durchführen und dann starten.


    Noch etwas : Die alten Motoren halten einiges aus.


    Gruß Dieter :)

  • Ich finde, dass die Aussage: "... und die haben trotzdem noch jahrelang gehalten" sehr schwach ist.

    Man muss seine Füße auch nicht anheben beim Gehen, bis die Sohle durchgelatscht ist, dauert das auch noch ewig....

    Halbe Sachen sind was für halbe Typen.

    Nehmt das jetzt nicht so ernst. Die Frage war nämlich, wie man einen Motor am schonensten reaktiviert und nicht, wie man ihn am schnellsten zum laufen bekommt!

    MFG
    Martin

    Kadett B Coupe und ein paar andere Fässer.
    Motorsport du Gurke!

  • Offenbar ein emotionales Thema.
    Die Opel-Werkstätten haben mit so etwas normal nichts zu tun, oder?
    Ab wie langer Standzeit wäre denn eigentlich der große Aufriss angezeigt? Ich denke, nach drei vier Monaten kann man den Motor einfach starten. Nach einem Jahr wird es genügen, den Motor ohne Kerzen erst von Hand, dann per Anlasser zu drehen, bis die Öldrucklampe ausgeht (,woraufhin der Anlasser deutlich mehr zu tun hat). Nach mehr als einem Jahr ist sicher mehr Aufwand vertretbar. Wie seht Ihr das?
    :....):

  • Na gut - damals blauäugig und mit noch nicht so viel Ahnung gesegenet, habe ich meinen Kadett, der 6 oder 7 Jahre abgemeldet in der Garage stand, auch ohne großes TamTam gestartet.

    Da die Vergaser ja nach dieser Zeit meistens auch leer sind, springt er ja sowieso nicht gleich an - muss sich ja erst die Schwimmerkammer füllen. Und bis dahin hat es auch schon Öldruck.

    Der betreffende Motor läuft nach wie vor ungeöffnet und jungfräulich und hat bisher knapp 140 Tkm drauf. Nur brave Kundendienste muss er über sich ergehen lassen.

    Eine gewisse Vorsicht ist immer angebracht, aber ich denke "unsere" Gussmotoren sind da recht robust.

    Meine Variante heutzutage wäre:

    Etwas Öl in die Zylinder, orgeln, Kerzen wieder rein und starten. Vorher natürlich auf genügend Öl und Wasser, sowie verrottete Gummileitungen untersuchen. Warmlaufen lassen und dann einen großen Kundendienst machen. Fertig.

    Kadett B "Grand-Prix" 2 trg. Limo 1,2S Automatik 1973
    Senator A2 2,5i Bj. 1986, 1. Hand, Sondermodell CS
    Opel Blitz Feuerwehr 300-6 Bj. 1969
    - Nachfolger vom Unfall-Blitz
    Opel Vectra C GTS OPC schwarz 335 PS
    Zafira B 2,0 Turbo 348 PS
    Kawasaki KLR 650 Tengai Bj. 1988
    Ascona A Gruppe 2
    Diplomat B V8 (Resto-Projekt)
    Vauxhall Omega B Stretchlimo
    GMC Yukon "Arbeitsvieh"
    und noch einen Engländer


    Ein Fremder ist ein Freund, den man nur noch nicht kennt!

  • Bei mir handelt es sich um meinen generalüberholten 1.1SR motor. (ende Nov.2011).
    Kopfüberholung, neue (original, übermaß) SR-Kolben+Ringe, Zylinder bohren+honen, neue Kurbelwellelager, neue Pleuellager und die Arbeit die dazu komt.
    Die Überholung ist gemacht in einen fachkundigen Werkstatt. Meijerink
    Nun nur noch einbauen und laufen lassen.

    Gert

    Olympia A 1.1SR 1969 Farbe L230 (silberblaumet.) und Kunstleder Dach

  • Hallo,
    da wohl zumindest keiner der hier erwähnten Tipps schadet und /fast) nichts kostet kann man sie wohl alle anwenden.
    Zumindest Öl in den Brennrum geben und erst starten wenn Öldruck das ist halte ich für unerlässlich.

    Natürlich gibt es Leute die einen Motor der 30 Jahre nicht gelaufen hat einfach anlassen und losfahren.
    ICH würde das Risiko aber nicht eingehen.

    Wichtig ist es auch mal unter die (Ventil) Haube zu schauen ob da alles sauber ist.

    Außerdem wäre ich so mutig bei einer der ersten Ausfahrten mal ein paar Stunde mit einem 30% Wasser-Essig Gemisch im Kühler zu fahren um den Kühlkreislauf zu reinigen. (Heizung einschalten)
    Danach natürlich anständig spülen.
    Dabei besteht das Risiko dass der Kühler, Heizungskühler oder ein Schlauch undicht wird.
    Allerdings auch nur wenn dieser nur noch mit Rost und Schmadder dicht hält.

    Gruß,
    Wolfram

  • Ich möchte einen nicht fachgerecht eingelagerten Motor nach sehr langer Standzeit gerne reaktivieren und gucken, ob er noch läuft. Vorher könnte ich den Motor einmal von Hand durchdrehen und die Brennräume und die Buchsen mit Hilfe einer Endoskop-Kamera untersuchen. Nun stellt sich die Frage nach den Flüssigkeiten und Betriebsmitteln. Die letzte Betankung und Ölung erfolgte noch vor dem Verbot des verbleiten Benzins. Die Frage betrifft den 1,1L mit 45PS.

    Welchen Kraftstoff tanke ich bei einem so alten Motor heute? Hier habe ich schon einige Infos gefunden:

    L-Der Lautlose
    March 30, 2011 at 7:32 PM

    Welches Motorenöl verwendet man für die Kadett B Motoren? Edit:

    Öl Spezifikation: API-SF Bei der Wahl der Viskosität stehen einem verschiedene Mehrbereichsöle unterschiedlicher SAE-Klassen zur Auswahl:



    Ich hoffe, ich provoziere mit diesen Fragen keinen Glaubenskrieg.

    Edited 4 times, last by B-L (June 25, 2024 at 4:21 PM).

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